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Medienmitteilung von act now! | Donnerstag 14. Mai, 16:40 Uhr

 Aktivist:innen von act now! bei einer gewaltfreien Aktion an einer Coop Pronto Tankstelle in Kriens  -   ©act now !

Ein Journalist in Handschellen und sechs Aktivist:innen aus Luzern ausgewiesen, weil sie neben den Zapfsäulen einer Coop-Pronto-Tankstelle Plakate mit der Aufschrift «Öl tötet« hochhielten

Heute um 12:50 Uhr haben sechs Aktivist:innen der Bewegung act now! an der Coop-Pronto-Tankstelle Richtung Luzern in Kriens ein Sit-in veranstaltet. 35 Minuten, nachdem sie sich mit Klimawarnhinweisen neben die Zapfsäulen gesetzt hatten, wurden sie von der Polizei festgenommen. Unter ihnen befand sich auch ein Journalist mit Presseausweis, der mit Handschellen gefesselt und gehindert wurde, Aufnahmen zu machen. Mittels ihrer gewaltfreien Präsenz an einem Ort, der symbolisch für unsere Abhängigkeit vom Erdöl steht, verlangen die Aktivist:innen von der Erdöl-Vereinigung (jetzt Avenergy) ihre Verantwortung angesichts der Klimakatastrophe wahrzunehmen. Nach Renens und Würenlos ist dies das dritte Sit-in, das im Rahmen der Frühlingsaktionen der Kampagne «Öl tötet» organisiert wurde.

Lua Dixon, 22 Jahre alt, Studentin:

«Ich nehme an diesem Sit-in teil, um unsere Abhängigkeit vom Erdöl anzuprangern und unsere Forderung zu bekräftigen, die wir bei einigen Unternehmen bereits sechs- bis achtmal gestellt haben: dass an den Zapfsäulen Klimawarnhinweise angebracht werden.»

Stéphanie Perrochet, 63 Jahre alt, Landschaftsarchitektin:

«Ich nehme an dieser Aktion teil, weil es dringend notwendig ist, unsere Abhängigkeit vom Erdöl zu überwinden. Fossile Brennstoffe treiben die globale Erwärmung voran, verschärfen humanitäre und ökologische Krisen, während die Erdölindustrie weiterhin auf Kosten der Bevölkerung und des Lebendigen Gewinne erzielt.»

Am Donnerstag gegen 12:50 begaben sich sechs Aktivist:innen zur Coop-Pronto-Tankstelle in Kriens (LU). Ausgestattet mit grossen Plakaten, die die tödlichen Folgen unserer Abhängigkeit vom Erdöl veranschaulichten – ähnlich den Warnhinweisen auf Zigarettenpackungen –, setzten sie sich friedlich neben die Zapfsäulen, ohne den Betrieb der Tankstelle zu behindern. 

Die meisten Gespräche mit den Autofahrer:innen verliefen während der gesamten Aktion friedlich, da viele die Botschaft der Aktivist:innen verstanden. Einige verhielten sich ihnen gegenüber jedoch feindselig. Gegen 13:30 Uhr rückte die Polizei an, alarmiert durch eine Angestellte der Tankstelle, und nahm eine Festnahme vor. Die Aktivist:innen wurden zur Identitätskontrolle an den Rand des Geländes gebracht. Ein Videofilmer und ein Journalist wurden daran gehindert, Aufnahmen zu machen. Die Polizei warf die Ausrüstung zu Boden und legte dem Journalisten Handschellen an, obwohl er einen Presseausweis bei sich hatte. Die Ordnungskräfte nutzten zudem ihre Transporter, um ihren Einsatz vor der Öffentlichkeit zu verbergen, und kontrollierten die Kund:innen vor Ort, wobei sie diese aufforderten, alle Aufnahmen des Einsatzes zu löschen. Schliesslich wurden alle Aktivist:innen sowie der Journalist nach 30 Minuten freigelassen, verbunden mit einer 24-stündigen Wegweisung.

Eine einfache Forderung an den Dachverband der Erdölhändler

Die Aktivist:innen fordern von den Erdölhändlern und ihrem Dachverband, der  Erdöl-Vereinigung, eine einfache Geste: die Wahrheit zu sagen und – wie bei Tabakprodukten – Klimawarnhinweise an den Zapfsäulen anzubringen. 

Diese Warnhinweise, die sich an Anti-Tabak-Kampagnen orientieren, sollen informieren und unsere giftige und tödliche Abhängigkeit vom Erdöl verdeutlichen, damit jede:r eine fundierte Entscheidung treffen kann. Zudem sollen sie unseren Erdölverbrauch durch Anti-Werbung entnormalisieren. Die Umsetzung dieser einfachen Massnahme wäre ein Zeichen von Transparenz und Verantwortung gegenüber der Bevölkerung und künftigen Generationen. 

Diese Aktion ist Teil einer Reihe gewaltfreier Aktionen, die act now! in diesem Frühjahr mit Fokus auf die Erdöl-Vereinigung organisiert. Am 2. Mai in Renens und am 10. Mai in Würenlos fanden zwei ähnliche Aktionen statt. Für das ganze Wochenende sind weitere Sit-ins geplant, um eine klare Botschaft zu vermitteln: Erdöl tötet und es wird höchste Zeit, dass wir uns aus dieser Abhängigkeit befreien.

act now! in Kürze

Bei act now! vereinen sich Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichem sozialen Umfeld im gewaltfreien Aktivismus. Gemeinsam arbeiten sie am sozialen Wandel, um das Leben der heutigen und zukünftigen Generationen zu sichern. Sie entwickeln ihre individuelle und kollektive Handlungskraft. Durch ihr Engagement schaffen sie Räume, die es vielen Menschen ermöglichen, sich auszudrücken, Freude zu erleben und sich zu engagieren – und das vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise. act now! wurde von der Arbeit Dutzender Autor:innen, Aktivist:innen und Forscher:innen inspiriert. Diese Grundlagen haben sie dazu ermutigt, eine professionelle und in der Schweiz einzigartige Bewegung zu schaffen.

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