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Medienmitteilung von act now! | Sonntag 10. Mai, 15:40 Uhr

 Aktivist:innen von act now! bei einer gewaltfreien Aktion auf der Autobahnraststätte Würenlos  -   ©act now !

Öl tötet: Sit-in an der Shell-Tankstelle auf dem Autobahnraststätte Würenlos, Aktivist:innen besetzen die Tankstelle und kleben Klimawarnhinweise an die Zapfsäulen.

Würenlos, 10. Mai 2026. Heute um 13:30 Uhr haben acht Aktivist:innen der Bewegung act now! an der Shell-Tankstelle des Autobahnraststätte Würenlos ein Sit-in veranstaltet. Sie klebten dort Klimawarnhinweise an die Zapfsäulen. Die Polizei ist gegen 14:10 Uhr eingeschritten, sie liess die Aktivist:innen nach einer Identitätskontrolle nach der vorgesehenen Aktionsdauer von 1,5 Stunden gehen. Durch ihre gewaltfreie Präsenz üben die Aktivist:innen Druck auf die Erdöl-Vereinigung aus (seit 2019 in Avenergy umbenannt), damit diese auf ihre Forderung eingeht, Warnhinweise an den Zapfsäulen anzubringen, nach dem Modell der Warnhinweise auf Tabakprodukten. Es handelt sich um das zweite Sit-in, das im Rahmen der Frühlingsaktionen der Kampagne «Öl tötet» organisiert wurde.

Zitat von Martin, 56 Jahre alt, Teilnehmer an dem Sit-in: 

“Ich sitze heute neben der Zapfsäule der Shell-Tankstelle Würenlos, um auf unsere Abhängigkeit vom Erdöl aufmerksam zu machen. Die Kampagne "Öl tötet" von act now! fordert eine ganz simple Massnahme: Die Tankstellen müssen mit Warnhinweisen über die Schädlichkeit von Erdöl informieren - so wie dies auf Zigarettenpackungen seit 2006 gemacht werden muss. Erdöl tötet nicht nur unzählige Menschen, sondern auch Tiere und Pflanzen und verseucht immense Landstriche. act now! will die Menschen aufrütteln, indem wir die Wahrheit sagen: Öl tötet - unsere Abhängigkeit muss ein Ende nehmen!”

Zitat von Judith 57 Jahre alt, Biologin und Bibliothekarin und Teilnehmerin an dem Sit-in:

“Ich nehme an dieser Aktion teil, weil wir als Gesellschaft schnellstmöglich aus der lebensgefährlichen Erdölabhängigkeit aussteigen müssen. Die Verbrennung von Erdöl ist der Haupttreiber der Erderhitzung und damit Ursache von Leiden und Tod von Millionen von Menschen, einer Biodiversitätskrise und drohenden Kriegen um die Verteilung von Wasser, Lebensmitteln und Lebensraum. Die fossile Industrie darf nicht weiter Profit machen, während Menschen und Umwelt den Schaden haben.”

Heute gegen 13:30 Uhr begaben sich acht Aktivist:innen zur Shell-Tankstelle des Autobahnrasthofs Würenlos. Mit Plakaten ausgestattet, die die tödlichen Folgen unserer Abhängigkeit vom Erdöl veranschaulichen, setzten sie sich friedlich neben die Zapfsäulen, ohne den Betrieb der Tankstelle zu behindern. Nach 30 Minuten begannen die Aktivist:innen Klimawarninweise auf die Zapfsäulen zu kleben. Die Polizei schritt kurz danach ein und kontrollierte alle Aktivist:innen. Die Autofahrer:innen und Angestellten der Tankstelle reagierten mit Verständnis auf die Aktion.

Frühlingsaktionen mit Fokus auf die Erdöl-Vereinigung

Die Aktivist:innen fordern von den Erdölvertreibern und ihrem Dachverband, der  Erdöl-Vereinigung, eine einfache Geste: die Wahrheit zu sagen und – wie bei Tabakprodukten – Klimawarnhinweise an den Zapfsäulen anzubringen. Eine Forderung, die bis heute bei Shell ungehört geblieben ist.

Diese Aktion ist Teil einer Reihe gewaltfreier Aktionen, die act now! in diesem Frühjahr mit Fokus auf die Erdöl-Vereinigung organisiert. Überall in der Schweiz finden kreative und visuelle Interventionen sowie gezielte Aktionen statt. Am Samstag 8. Mai, versammelten sich in Zürich 120 Menschen zu einer symbolischen Demonstration namens „Petro Detox Tour“. Am 6. Mai begossen sich Aktivist:innenen in Payerne vor einem Kampfflugzeug mit schwarzer Farbe, um eine Botschaft zu senden: Wie der Krieg, so tötet auch Öl. Weitere Sit-ins an Tankstellen sind in den nächsten Tagen in der Schweiz geplant. Um die Forderung von act now! zu unterstützen, ist die Öffentlichkeit zudem eingeladen, den offenen Brief an die Erdöl-Vereinigung zu unterzeichnen. 

Öl tötet – befreien wir uns aus  der Abhängigkeit

Klimaerwärmung, Luftverschmutzung, Nahrungsmittelknappheit: Die Folgen der Erdölverbrennung führen jedes Jahr zu Millionen vorzeitiger Todesfälle. Für 2025 müssen mehr als 16’000 Todesfälle in Europa direkt dem Klimawandel zugeordnet werden. Unsere Abhängigkeit vom Erdöl zerstört uns, obwohl es schon seit Jahren tragfähige und vorteilhafte Alternativen gibt. 

Dialogbemühungen in der Sackgasse

Briefaktionen, Telefonanrufe, Besuche in den Unternehmenssitzen: Dieser gewaltfreie Protest ist die Folge einer Reihe von Schritten, die in den letzten Monaten unternommen wurden, um einen Dialog mit den Erdölkonzernen in Gang zu bringen. Wir schlagen ihnen vor, sich an der Sensibilisierungskampagne zur Abhängigkeit vom Erdöl und den Gefahren, die es für das Klima und das Leben auf der Erde darstellt, zu beteiligen. Die meisten Unternehmen haben nicht geantwortet oder sich höflich geweigert, mit den Aktivist:innen ins Gespräch zu kommen, die sich nun an die  Erdöl-Vereinigung wenden, um ihre Forderung geltend zu machen. 

act now! in Kürze

Bei act now! vereinen sich Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichem sozialen Umfeld im gewaltfreien Aktivismus. Gemeinsam arbeiten sie am sozialen Wandel, um das Leben der heutigen und zukünftigen Generationen zu sichern. Sie entwickeln ihre individuelle und kollektive Handlungskraft. Durch ihr Engagement schaffen sie Räume, die es vielen Menschen ermöglichen, sich auszudrücken, Freude zu erleben und sich zu engagieren – und das vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise. act now! wurde von der Arbeit Dutzender Autor:innen, Aktivist:innen und Forscher:innen inspiriert. Diese Grundlagen haben sie dazu ermutigt, eine professionelle und in der Schweiz einzigartige Bewegung zu schaffen.

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