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Medienmitteilung von act now! | Samstag 9. Mai, 16:45 Uhr
 Die Petro Detox Tour mit über 120 Teilnehmenden in Zürich - © Florine Schmid, act now!
Kann Detox politisch sein? 120 Personen nehmen in Zürich an Petro-Detox Tour teil
Heute, Samstag, 9. Mai um 14.00 Uhr haben sich über 120 Personen für eine Petro Detox Tour in Zürich versammelt. Der künstlerisch angelegte Stadtrundgang führte in drei Stationen durch die Innenstadt und thematisierte die gesellschaftliche Abhängigkeit von Erdöl. Die Aktion fand im Rahmen der Kampagne «Öl tötet» der Klimabewegung act now! statt.
Zitat von Laura von Niederhäusern, 41 Jahre, Künstlerin und Initiantin des Projekts
«Uns aus der Abhängigkeit vom Erdöl zu befreien, ist eine immense kollektive Herausforderung. Recyceln und Abstimmen reicht nicht aus. Ich glaube, dass die unbequemen Veränderungen, die wir dringend brauchen, nicht im individuellen Denken in Gang gesetzt werden, sondern dafür gemeinsame, körperliche und emotionale Erlebnisse eine zentrale Rolle spielen. Die Petro Detox Tour schafft einen Erfahrungsraum, wo sich Betroffenheit in kollektive Energie verwandelt.»
Kann Detox politisch sein?
Die bewilligte Veranstaltung begann um 14.00 Uhr auf der Bürkliterrasse neben der Ganymed-Statue am See. An der ersten Station setzten sich die Teilnehmenden mit der Rolle von Erdöl im Alltag auseinander. Auf dem Weg zur Münsterbrücke wurde danach in einer kollektiven Performance der Übergang vom Wissen zum Handeln thematisiert. Mit einem schwarz-weissen Tropfenmeer veranschaulichten die Teilnehmenden die Bewegung des Wandels
Zum Abschluss ging es um die Integration der Lösungsansätze und Emotionen: Wie können wir gemeinsam aktiv werden, um aus der Abhängigkeit vom Erdöl herauszufinden? Vor dem Hauptsitz von Avenergy, der Erdöl-Vereinigung, wurden konkrete, sofort umsetzbare Klimaforderungen formuliert, und sichtbar gemacht, was die Kraft der Gemeinschaft in Zeiten der Klimakrise bewirken kann.
Eigenartige künstlerisch-politische Klimaaktion
Das JugendJazzOrchester feuerte die Petro-Entgiftung musikalisch an: 15 Musiker:innen unter der künstlerischen Leitung von Benjamin Weidekamp spielten das eigens für die Detox Tour komponierte Stück «God Oil Mighty».
In dieses Lied stimmten Sänger:innen und Chor-Amateur:innen aus drei lokalen Chor-Ensembles mit ein: Der Künstler:innen-Chor Lyre Choir unter der Leitung von Oscar Echeverry, der Klima-Klagechor vom Tanzhaus Zürich sowie der Sogar Chor. Gemeinsam mit professionellen Sänger:innen, darunter Ulla Westvik, entstand ein Gesangsensemble, das die Strassen Zürichs belebte und den transformativen Reinigungsprozess emotional in Schwung brachte.
Viele Tourist:innen und Passant:innen verfolgten das Spektakel neugierig, filmten und fotografierten. Einige von ihnen schlossen sich sogar spontan der Tour an, um sich ebenfalls mit der Detox von der Erdölabhängigkeit zu befreien.
Mit Humor und Courage wurden die Petro-Kurgäste von zwei Detox-Guides – Schauspieler:innen und Performer:innen Sindy Tscherrig und Lou Meili – durch den Prozess der Loslösung aus der fossilen Mentalität geführt.
Die Texte dieser eigenartigen Stadttour wurden von Satire-Autorin und Theatermacherin Mathilde Cloux in Zusammenarbeit mit einem Recherche-Team aus Historiker:innen, Psycholog:innen, Autor:innen und Gestalter:innen entwickelt. Zum Potential des Absurden und zur Kraft der Imagination trugen kreative Requisiten und Kostüme bei: So blickten die Teilnehmenden durch Klopapierrollen-Feldstecher auf die Fassaden grosser Banken und Versicherungen und flanierten in Bademänteln an den Schaufenstern des Limmatquais vorbei.
Zitat vom Benjamin Weidekamp, 48 Jahre, Komponist, Musiker und Dirigent des JugendJazzOrchesters Schweiz
«Unsere Abhängigkeit von Öl ist kein abstraktes Problem, sondern Teil unseres Alltags. Mich interessiert, wie sich künstlerische und gesellschaftliche Handlungsspielräume gegenseitig bedingen und wie sich Aktivismus performativ denken lässt. Dieses Engagement ist für mich Teil eines künstlerischen Selbstverständnisses, das seine Wirkung nicht nur auf der Bühne sucht. Es geht nicht um Anklage, sondern um die Konfrontation mit unserer eigenen Abhängigkeit und um den Glauben daran, dass wir viele sind, die gemeinsam in der Lage gewesen sein werden, das Ruder doch noch herumgerissen zu haben werden.»
Frühlingsaktionen mit Fokus auf die Erdöl-Vereinigung
Diese Aktion ist Teil einer Reihe gewaltfreier Aktionen, die act now! in diesem Frühling mit Fokus auf die Erdöl-Vereinigung (seit 2019 Avenergy) organisiert. Überall in der Schweiz finden kreative und visuelle Interventionen sowie gezielte und wirkungsvolle Aktionen statt – mit einer Botschaft: Unsere Abhängigkeit vom Erdöl tötet, und es ist an der Zeit, uns davon zu befreien.
Die Aktivist:innen fordern von den Erdölhändlern und ihrem Dachverband, der Erdöl-Vereinigung, eine einfache Geste: die Wahrheit zu sagen und – wie bei Tabakprodukten – Klimawarnhinweise an den Zapfsäulen anzubringen. Um diese Forderung zu unterstützen, ist die Öffentlichkeit eingeladen, den offenen Brief an die Erdöl-Vereinigung zu unterzeichnen.
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