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Medienmitteilung von act now! | Samstag 16. Mai, 19:30 Uhr

 Aktivist:innen von act now! bei einer gewaltfreien Aktion an einer Tamoil-Tankstelle in Heimberg  -   ©act now !

Heimberg: Sit-in an einer Tamoil-Tankstelle, um die Erdölvereinigung aufzufordern, Stellung zu nehmen. Die Polizei lässt die Aktion zu.


Heimberg, 16. Mai 2026. Heute um 14.30 Uhr haben acht Aktivist:innen der Bewegung act now! an der Tamoil-Tankstelle in Heimberg bei Thun ein Sit-in veranstaltet. Ihre gewaltfreie Präsenz ist eine Aufforderung an die Erdölvereinigung (Avenergy), auf ihre in einem offenen Brief formulierte Forderung einzugehen. Die Aktivist:innen wurden von der Polizei, die sie aufforderte, den Ort zu verlassen, kontrolliert. Da sich die Aktivist:innen weigerten, blieb die Polizei bis zum Ende der Aktion um 17 Uhr Zuschauerin. Es handelt sich um das fünfte Sit-in, das im Rahmen der Frühlingsaktionen der Kampagne «Öl tötet» organisiert wurde.

Jean-Pierre, 72 Jahre, Rentner:
«Meine Motivation, an dieser Aktion teilzunehmen, rührt aus der Erkenntnis, dass Erdöl eine wesentliche Ursache für die Klimakrise ist, unter der wir leiden, gleichzeitig ist es ein Produkt, von dem wir in unserem Alltag abhängig sind. Es ist wichtig, uns schnell bewusst zu machen, dass Erdöl unsere Gesundheit, unser Leben und die soziale Gerechtigkeit bedroht. Wir müssen diese Abhängigkeit hinter uns lassen und unseren Lebensstil so ändern, dass eine nachhaltige und gesunde Zukunft gewährleistet ist. Es ist wichtig, die fossile Industrie anzusprechen.»

Elisabeth, 62 Jahre, Bibliothekarin:
«Ich beteilige mich an dieser Aktion, weil ich verzweifelt bin angesichts der Tatsache, dass unsere Behörden ihre Verantwortung für unsere Zukunft und die der Generationen nach mir nicht wahrnehmen. Ja, Erdöl tötet, weil wir es zu Benzin verarbeiten, welches uns verleitet, viel zu fahren, was die Umwelt verschmutzt; weil wir es zu einer unermesslichen Menge von Gegenständen verarbeiten, die grösstenteils nutzlos sind, schnell weggeworfen werden und nicht recycelbar sind, was somit die Umwelt verschmutzen. Da die üblichen Wege (Initiativen, Petitionen, Referenden, Wahlen) nichts oder zu wenig, zu langsam bewirken, sitze ich hier und nehme in Kauf, dass das stört, denn was uns erwartet, wird weitaus mehr als nur störend sein.»

Gegen 14.30 Uhr begaben sich heute acht Aktivist:innen zur Tamoil-Tankstelle in Heimberg bei Thun. Mit Plakaten ausgestattet, die die tödlichen Folgen unserer Abhängigkeit vom Erdöl veranschaulichen, zogen sie orangefarbene Westen an und setzten sich friedlich neben die Zapfsäulen, ohne den Betrieb der Tankstelle zu behindern. Die Gespräche mit der Öffentlichkeit und dem Shop-Personal verliefen angespannt. Die Polizei griff gegen 15.20 Uhr ein, indem sie das Gespräch mit den Aktivist:innen suchte. Angesichts der Entschlossenheit der Aktivist:innen, an Ort und Stelle zu bleiben, nahm sie ab 16 Uhr die Personalien auf und forderte die Aktivist:innen auf, den Ort zu verlassen. Die Aktivist:innen weigerten sich, und die Polizei blieb bis zum Ende der Aktion um 17 Uhr Zuschauerin der Szene.

Aktionen, die sehr unterschiedliche Reaktionen hervorrufen

Während die Aktion am 15. Mai in Grandvaux sehr ruhig verlief – einige Autofahrer:innen waren sogar bereit, einen Klimawarnsticker an ihr Auto zu kleben –, löste die Aktion am 14. Mai in Kriens heftige Reaktionen und ein völlig unverhältnismässiges Eingreifen der Polizei aus, über das in mehreren Presseartikeln berichtet wurde.

Die Strategie der Aktivist:innen besteht darin, mit diesen Aktionen ein Dilemma zu schaffen: Ohne etwas zu blockieren, sorgt ihre Anwesenheit an den Tankstellen mit einer Warnbotschaft neben den Zapfsäulen für Aufsehen und Unbehagen bei den Unternehmen. Ein massives Eingreifen erscheint daher angesichts des bescheidenen und friedlichen Charakters der Aktion, sowie der vermittelten Botschaft unverhältnismässig.

Eine klare Forderung an Avenergy (ehemals Erdölvereinigung)

Im Rahmen ihrer Kampagne «Öl tötet» fordern die Aktivist:innen von den Erdölhändlern und ihrem Dachverband Avenergy eine einfache Geste: die Wahrheit zu sagen und, wie bei Tabakprodukten, Klimawarnhinweise an den Zapfsäulen anzubringen. Eine Forderung, die bislang sowohl bei Tamoil als auch bei Avenergy auf taube Ohren gestossen ist.

Um diese Forderung zu unterstützen, ist die Öffentlichkeit aufgefordert, den an Avenergy gerichteten offenen Brief zu unterzeichnen. Innerhalb weniger Wochen wurden bereits mehr als tausend Unterschriften gesammelt.

Öl tötet – befreien wir uns aus  der Abhängigkeit

Klimaerwärmung, Luftverschmutzung, Nahrungsmittelknappheit: Die Folgen der Erdölverbrennung führen jedes Jahr zu Millionen vorzeitiger Todesfälle. Für 2025 müssen mehr als 16’000 Todesfälle in Europa direkt dem Klimawandel zugeordnet werden. Unsere Abhängigkeit vom Erdöl zerstört uns, obwohl es schon seit Jahren tragfähige und vorteilhafte Alternativen gibt.

act now! in Kürze

Bei act now! vereinen sich Menschen jeden Alters und mit unterschiedlichem sozialen Umfeld im gewaltfreien Aktivismus. Gemeinsam arbeiten sie am sozialen Wandel, um das Leben der heutigen und zukünftigen Generationen zu sichern. Sie entwickeln ihre individuelle und kollektive Handlungskraft. Durch ihr Engagement schaffen sie Räume, die es vielen Menschen ermöglichen, sich auszudrücken, Freude zu erleben und sich zu engagieren – und das vor dem Hintergrund der aktuellen Klimakrise. act now! wurde von der Arbeit Dutzender Autor:innen, Aktivist:innen und Forscher:innen inspiriert. Diese Grundlagen haben sie dazu ermutigt, eine professionelle und in der Schweiz einzigartige Bewegung zu schaffen.

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